Kleine gute Tat mit großer Wirkung

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Zwar ist der Gedanke hinter dem Pfandsystem, unbedachtes Wegwerfen von Plastikflaschen zu reduzieren, aber dennoch bleiben sie liegen: im Wald oder auf dem Schulhof. Hier kommen die Langläufer des Vereins DJK Elmar Kohlscheid und Mitarbeiter einer Realschule in Kohlscheid ins Spiel. Sie sammeln die Flaschen auf, tragen das Pfandgeld über das gesamte Jahr zusammen und geben es an einen guten Zweck weiter. Wie auch vergangenes Jahr haben die großzügigen Spender 2016 die Früh- und Neugeborenenstation der Uniklinik RWTH Aachen bedacht – in diesem Jahr mit der beachtlichen Summe von 1.250 Euro.

Die Freude auf der Früh- und Neugeborenenstation ist riesig. „Wir danken allen beteiligten Spendern von Herzen“, so Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Orlikowsky, der Leiter der Sektion Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik RWTH Aachen. „Solch eine Spende erhalten wir nicht alle Tage, insbesondere mit dem außergewöhnlichen Hintergrund.“ Es ist schon beachtlich, welch eine Summe durch das alleinige Sammeln von Flaschenpfand zu erreichen ist. Dabei machen die fleißigen Sammler keinen Unterschied, ob es acht, 15 oder 25 Cent pro Flasche sind – jede Flasche ist ein Beitrag für den guten Zweck.

Die Idee dazu hatte Ralf Nowak vor ein paar Jahren, als der Hausmeister einer Realschule in Kohlscheid auf dem Schulhof einige Flaschen aufsammelte. Doch dabei blieb es nicht allein. Schnell waren Bekannte aus dem Sportverein von der Idee angesteckt und so halten nun alle Langläufer des DJK Elmar Kohlscheid die Augen offen, wenn sie ihre Runden im Wald drehen. „Wir freuen uns, gleich in zweifacher Hinsicht etwas Gutes tun zu können. Zum einen helfen wir dort, wo Unterstützung benötigt wird. Zum anderen tragen wir einen Teil dazu bei, unsere Umwelt sauber zu halten“, sagt Ralf Nowak. In den vergangenen Jahren kamen so jeweils bis zu vierstellige Spendensummen zusammen, die verschiedenen gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Es profitierten ebenfalls bereits die Kinderkrebsstation und die Klinik-Clowns der Uniklinik RWTH Aachen von den Geldern.

Die Früh- und Neugeborenenstation wird das Geld in die Anschaffung von gemütlichen Stühlen zum Känguruhen investieren. Gerade in der schwierigen Phase der Frühchenzeit trägt das Känguruhen zur gesunden körperlichen und geistigen Entwicklung des Kindes bei. Die Babys werden dabei nackt auf den Oberkörper eines Elternteils gelegt: Der Körperkontakt und die Nähe vermittelt so Geborgenheit und Vertrauen und stellt eine Bindung zwischen Eltern und Kind her. „Wir sind sehr dankbar, unsere kleinsten Patienten und ihren Eltern bald noch tollere Angebote machen zu können. Mit dem gesammelten Pfandgeld aus dem letzten Jahr konnten wir bereits zwei neue Stillstühle kaufen“, freut sich Angela Kertz, die Stationsleitern der Früh- und Neugeborenenstation der Uniklinik RWTH Aachen.