Med.-Klinik III: Führendes Projekt für den Alpha-1-Antitrypsinmangel

Junge herausragende Forscher und Forschungsideen – die AG Junge Gastroenterologie prämierte im Rahmen der JUGA Summer School 2017 in Berlin drei Studienideen. Eine davon ist die von Dr. Karim Hamesch aus der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen.

Sein Fokus liegt auf einer multizentrischen Evaluation der Entwicklung einer Lebererkrankung bei Patienten mit einer Mutation des Alpha1-Antitrypsin-Gens. Darüber hinaus wurde die Studienskizze für das Studiensiegel der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten ausgewählt. Im Vorfeld waren insgesamt über 20 Studienideen eingereicht worden.
Etwa zehn Prozent der Europäer tragen eine Mutation im Alpha1-Antitrypsin-Gen. Eine „schwere“ Mutation führt dabei zur Stoffwechselerkrankung Alpha1-Antitrypsin- Mangel. Das Team des Aachener Alpha1-Leberzentrums koordiniert auf europaweiter Ebene eine multizentrische Studie zur Evaluation der Lebererkrankung bei dieser Erbkrankheit. Weitere Informationen finden Sie auf www.alpha1-leber.de.

Dringend Blutgruppe 0 gesucht – jetzt spenden!

Es ist fast wie jedes Jahr, aber in diesem Jahr noch etwas akuter: Schon bevor die Sommerferien wirklich losgingen, wurden insb. die Vorräte der Blutgruppen 0 in den Blutbanken in NRW sehr knapp. Spendet am besten noch vor dem Urlaub – gerne auch in Gruppen, so wie es eine Aachener Versicherung gemacht hat:

Der 6. Juli stand bei der AachenMünchener ganz im Zeichen der Blutspende: Insgesamt 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ließen sich in den eigenen Räumlichkeiten am AachenMünchener-Platz für den guten Zweck piksen. Der Großteil tat gleich doppelt Gutes und spendete die Aufwandsentschädigung an die Stiftung Universitätsmedizin Aachen. Da sich der Vorstand des Versicherers dazu bereiterklärt hat, den erzielten Betrag zu verdoppeln, darf sich die Stiftung über eine Spende in Höhe von 2.250 Euro freuen.

„Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich so viele Mitarbeiter der AachenMünchener dazu entschlossen haben, ihr Blut und im Anschluss sogar ihre Aufwandsentschädigung zu spenden. Wir erleben immer wieder, dass unsere Spenderinnen und Spender nicht entlohnt werden wollen. Die gute Tat steht eindeutig im Vordergrund. Immerhin kann eine Blutspende bis zu drei Leben retten“, betont Dr. med. Gabriele Hutschenreuter, Leiterin der Transfusionsmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen.

„Wir freuen uns, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer AachenMünchener die Blutspendeaktion so zahlreich unterstützt haben“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AachenMünchener, Christoph Schmallenbach. „Mein Dank gilt allen Beteiligten sowie den Organisatoren der Aktion, an der wir uns auch zukünftig gerne beteiligen werden.“

Der vom Vorstand und den Mitarbeitern der AachenMünchener gespendete Betrag kommt dem Projekt „Micro-Schlucksonde“ der Stiftung Universitätsmedizin Aachen zugute. Dabei handelt es sich um ein Gerät für den Herz-Ultraschall bei Früh- und Neugeborenen. Mit ihrem extrem kleinen Durchmesser macht die Micro- Schlucksonde risikoreiche, jedoch lebensrettende Eingriffe auch bei sehr kleinen Babys noch sicherer. Die Kosten für das Gerät belaufen sich auf insgesamt 25.000 Euro.

Die Kooperationspartner freuen sich auf den nächsten Blutspendeaußentermin, der am 9. November 2017 stattfinden wird.

Alle Infos und Öffnungszeiten finden Interessierte auf der Website: www.wir-teilen-blut.de.

Doktorarbeit Med.-Klinik III: Prozess- und Prozesskostenanalyse in der Intensivmedizin

Die Medizinische Klinik III, Bereich Internistische Intensivmedizin, sucht ab dem 01.05. eine/einen Doktoranden der Medizin, der insbesondere auch Interesse an ökonomischen und strukturellen Fragen in der deutschen Medizin Interesse hat. Neben fundierten Wissen in der Medizin (Basisprüfung „sehr gut“ oder „gut“) erwarten die Ausschreibenden der Arbeit fundierte Kenntnisse in allen Microsoft Office-Programmen und idealerweise auch in SPSS.

Konkret sollen die typischen Prozesse auf den internistischen Intensivstationen definiert, analysiert und berechnet werden. Nach Zuordnung zu den wichtigsten Krankheitsbildern soll herausgearbeitet werden, wie sich deren Behandlung wirtschaftlich auf eine Klinik auswirkt.

Die Arbeit sollte das Freisemester enthalten, kann aber auch in späteren Studienabschnitten angefangen werden. Idealerweise besteht dann die Bereitschaft, alle Tertiale des PJ an der Uniklinik zu absolvieren, da dann auch die Betreuung sehr eng sein kann.

Interessenten können sich gerne melden bei jbruensing@ukaachen.de!

Betreut wird die Arbeit durch die Arbeitsgruppe Internistische Intensivmedizin der Med.-Klinik III unter der Leitung von PD Dr. med. Alexander Koch, MHBA sowie Dr. med. Jan Brünsing.

Gewinnspiel März: 3×2 Karten für Comedy im Apollo Aachen

Man kann nicht immer nur lernen und im Hörsaal abgammeln… Man kann aber auch nicht immer nur zum Party machen ins Apollo auf der Pontstrasse, obwohl das natürlich schon richtig gut ist. Das Apollo bietet jetzt noch viel mehr. Die neue Stand-Up-Comedy Liveshow #STÄBUP– ein Erfolg aus Köln – kommt jetzt nach Aachen.

Der Comedian und Moderator Simon Stäblein moderiert und serviert drei richtig lustige Kollegen. Eine Bühne, ein Mikrofon und geiles Publikum – mehr braucht man nicht, für Stand-Up Comedy at it’s best. Da kommt ihr ins Spiel: Gewinnt mit Medizineraachen.de 3x 2 Freikarten. Wie? Ganz einfach Mail an gewinnspiel@mediziner-aachen.de mit eurem Namen und die Facebook-Veranstaltung vom Apollo liken und die Person markieren, mit der ihr gratis dabei sein wollt:  Klick zum Link!

Viel Erfolg! Die Gewinner werden am 01.04. von uns informiert und erhalten die Karten im Klinikum oder direkt im Apollo.

Das EKG im Stäbchen…

Vorhofflimmern ist die häufigste therapiebedürftige Herzrhythmusstörung. In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen mit Vorhofflimmern. Betroffene Patienten haben ein bis zu fünfmal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ist das Vorhofflimmern erkannt, kann dem Schlaganfall durch eine medikamentöse Behandlung sehr effektiv vorgebeugt werden. Bei einem Drittel der Patienten tritt Vorhofflimmern jedoch unbemerkt auf, weshalb die Herzrhythmusstörung häufig erst nach einem stattgehabten Schlaganfall diagnostiziert wird. In Aachen haben Wissenschaftler und Ärzte der Uniklinik RWTH Aachen daher gemeinsam mit dem Apothekerverband Aachen e. V. und unter der Schirmherrschaft von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp die Initiative „Aachen gegen den Schlaganfall“ ins Leben gerufen, um herauszufinden, ob ein breites Screening älterer Patienten hilfreich ist, die Schlaganfallrate durch unentdecktes Vorhofflimmern zu reduzieren. Es ist bundesweit die erste Studie dieser Art.
„Vorhofflimmern ist ein Risikofaktor für einen Schlaganfall, aber es wird häufig zu spät entdeckt. Uns ist daher wichtig, unentdecktes Vorhofflimmern früh zu diagnostizieren und so Patienten vor einem Schlaganfall zu schützen. Das ist das Ziel unserer Initiative ‚Aachen gegen den Schlaganfall‘“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen. Das interdisziplinäre Studienteam besteht neben den Aachener Kardiologen vonseiten der Uniklinik RWTH Aachen aus Ärzten und Wissenschaftlern der Klinik für Neurologie und dem Lehrgebiet Allgemeinmedizin. Als Schirmherr für die Initiative fungiert Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Wir freuen uns sehr, dass wir solch eine große Unterstützung der Stadt Aachen erhalten. Das zeigt einmal mehr, wie bedeutsam unsere Studie für die Städteregion ist“, so Prof. Marx. Für Oberbürgermeister Marcel Philipp eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe die Schirmherrschaft über diese Aktion sehr gerne übernommen, weil das gesetzte Ziel so sinnvoll und vielversprechend ist. Wenn es dem Studienteam der Uniklinik RWTH Aachen gemeinsam mit dem Apothekerverband Aachen mit ihrem Forschungsvorhaben gelingt, mehr Menschen vor dem Schlaganfall zu bewahren, bin ich gerne dabei. Dann rufe ich mit großer Überzeugung die Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren dazu auf, sich diesem kurzen und schmerzlosen Test zu unterziehen, um sich selbst zu schützen.“

Kooperation mit Apotheken in Aachen und der Städteregion

Neben der Stadt Aachen ist ebenfalls der Apothekerverband Aachen e. V. an dem Projekt beteiligt. Zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker aus Aachen und der Städteregion sind im Rahmen der Studie erste Ansprechpartner für Interessierte und führen in rund 90 teilnehmenden Apotheken die Testung auf Vorhofflimmern durch. „Die öffentlichen Apotheken gewährleisten mit kompetenter Beratung die wohnortnahe Arzneimittelversorgung und leisten im Gegensatz zum Versandhandel auch regelmäßig Nacht- und Notdienste. Weil uns die Gesundheit der Bevölkerung am Herzen liegt, ist es selbstverständlich, dass wir auch bei dieser Präventionskampagne dabei sind“, so Apothekerin Gabriele Neumann, Vorsitzende des Apothekerverbandes Aachen. „Es ist toll, dass unser regionaler Großhändler

Otto Geilenkirchen die Apotheken bei dieser Aktion öffentlichkeitswirksam mit Radiowerbung unterstützt.“

Hinweis auf Vorhofflimmern in nur einer Minute

Im Rahmen der regional angelegten Studie soll mittels einer Pulsmessung durch einen EKG-Stab in den teilnehmenden Apotheken in Aachen und der Städteregion bei allen Personen im Alter ab 65 Jahren ein bislang nicht diagnostiziertes (asymptomatisches) Vorhofflimmern aufgedeckt werden. Großer Vorteil der Studie ist die sehr unkomplizierte Teilnahme für Interessierte. Die Testung auf Vorhofflimmern mittels EKG-Stab dauert lediglich eine Minute; die Teilnehmer müssen den Stab dabei nur ruhig in den Händen halten. Bei der geplanten Studie handelt es sich um eine vorausschauende offene Studie, um weitere Erkenntnisse über eine Erkrankung oder einer neuen Behandlungsmethode zu gewinnen. Ziel ist es, durch ein breites Screening in Apotheken herauszufinden, wie hoch die Häufigkeit von neu erkanntem Vorhofflimmern ist. Insgesamt sollen circa 90 Apotheken des Aachener Stadtgebiets rund 6.000 Probanden in diese Studie einschließen.

Teilnehmer gesucht

Personen ab 65 Jahren können sich vom 16. bis 28. Januar in 43 teilnehmenden Apotheken in Aachen und vom 13. bis 25. Februar in 45 Apotheken in der Städteregion testen lassen und damit einen Hinweis auf Vorhofflimmern erhalten.

Alle Informationen zum Studienablauf, Datenschutzfragen und häufig gestellte Fragen finden Interessierte auf der Website der Initiative: www.aachen-gegen-den-schlaganfall.de

Infoveranstaltung am 24. Januar

Am Dienstag, den 24.01.2017, findet um 18:00 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Medizin im Dialog“ eine Informationsveranstaltung zum Thema im forum M der Mayerschen Buchhandlung statt.

Neujahrs-Bilderrätsel auf medizineraachen.de

Genug gefeiert, das Lernen geht weiter. Aber man kann ja nicht nur lernen. Deswegen, zur Auflockerung der Klausur-Vorbereitungen und etwas Entspannung, wären doch 29° C Wasser-Temperatur im Solebecken und 90° trockene Hitze in der finnischen Sauna nicht schlecht, oder?

Wir verlosen einen 30 EUR Gutschein für die Carolus-Thermen in unserer Kurstadt Bad Aachen. Aber nicht ganz für lau: Wir wollen wissen, was unser kleines Rätselbild zeigt. Ein kleiner Tipp: Das erfolgreiche Absolvieren des Systemblocks Blut+Abwehr kann hilfreich sein! Welchen Begriff suchen wir.

Schickt eure Lösung bis zum 24.01. an
gewinnspiel@mediziner-aachen.de! Der Gutschein kann dann am 25.01. in der Uniklinik in Empfang genommen werden. Viel Spaß und viel Glück!

Peter Asche im Arbeitgeberverband des Landes NRW

csm_130402-uka-0336_asche_b383791cb9Dipl.-Kfm. Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Uniklinik RWTH Aachen ist erneut für weitere vier Jahre in den Vorstand des Arbeitgeberverbandes des Landes Nordrhein-Westfalen (AdL NRW) gewählt worden. Der Verband vertritt die Arbeitgeberinteressen der Hochschulen, Fachhochschulen und Universitätskliniken des Landes NRW auf tarif-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichem Gebiet.

Neben Peter Asché besteht der Vorstand aus dem Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und gleichzeitig Vorstandsvorsitzenden, Dr. Norbert Walter-Borjans, bzw. seinem Bevollmächtigten, Bernd Pieper, und zwei weiteren Vertretern von Verbandsmitgliedern. Dies sind Regina Zdebel, Kanzlerin der FernUniversität in Hagen, und Heinz-Joachim Henkemeier, Kanzler der Fachhochschule Südwestfalen.

Klinik Comedy: 10 Freikarten für Studierende und Mitarbeiter

An diesem Mittwoch startet die 1. Aachener Klinik Comedy in unserer Uniklinik! Als Medienpartner hat medizineraachen.de hat für euch ein Kontinent von 10 Freikarten erworben, die wir jetzt verlosen.

Einfach jetzt schnell eine Mail an
gewinnspiel@mediziner-aachen.de
schreiben mit dem Betreff „Freikarte MedizinerAachen“ und mit etwas Glück seid ihr am Mittwoch dabei!

Zur Veranstaltung:

Die meisten Menschen betreten von Natur aus ein Krankenhaus nur ungerne. Kommt man als Patient oder Besucher, ist einem oft nicht zum Lachen zumute. Mit der Uniklinik Comedy schlägt die Uniklinik einen gänzlich neuen Weg ein und bietet einen bunten Comedy-Abend, bei dem nach Herzenslust gelacht werden kann. Wir freuen uns sehr, uns noch einmal von einer ganz anderen Seite präsentieren zu können.

Lasst euch die Chance nicht entgehen, am 14.12.2016 ab 19:00 Uhr die vier Comedians Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser, Quichotte, Johannes Schröder und Simon Stäblein live zu erleben. Während ihr einen unterhaltsamen Abend verbringt, tut ihr ganz nebenbei etwas Gutes, denn: Mit eurem Ticketkauf unterstützt ihr die Stiftung Universitätsmedizin Aachen, der alle Einnahmen des Abends zugutekommen.

Weitere Infos zur Veranstaltung und den vier Comedians auf:
www.uniklinik-comedy.ukaachen.de

Die Tickets kosten 18 Euro und sind bei KlenkesTicket im Kapuzinerkarree oder online erhältlich: www.klenkes-tickets.de/show-tickets-comedy/uniklinik-comedy

 

160929-uniklinik-comedy-plak-a3-cg-web

Medizin seit hunderten Jahren am Standort „Uniklinik“

Aachen, 24.11.2016 – Eine für Deutschland einmalige Publikation über eine mittelalterliche Leprastation legte nun das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit dem 73. Band der „Rheinischen Ausgrabungen“ über Aachen-Melaten vor. Die beiden Hauptautoren, der Archäologe Paul Wagner M. A. und der Anatom Prof. Dr. med. Andreas Prescher von der Uniklinik RWTH Aachen, kommen übereinstimmend zu der Beurteilung, dass die in Melaten untergebrachten Menschen vergleichsweise gut versorgt waren.

Das Aachener Leprosorium nimmt deutschlandweit eine herausragende Stellung in der Forschung ein, da hier sowohl originale Bausubstanz als auch der zugehörige Friedhof erhalten geblieben sind und als Ensemble wissenschaftlich untersucht werden konnten. Die 446 Seiten starke Publikation beleuchtet die Geschichte des Leprosoriums und seines Friedhofs aus archäologischer, medizinischer, geologischer, historischer und baugeschichtlicher Sicht.

Im Mittelalter isolierte man Leprakranke, um eine Ausbreitung der ansteckenden Krankheit zu verhindern. Sie wurden „ausgesetzt“ und lebten in „Aussätzigen- stationen“, auch „Siechhäuser“ genannt. Diese fanden sich meist an Ausfallstraßen, um den Kranken das Betteln für ihren Lebensunterhalt zu ermöglichen. Die Aachener Leprastation lag unmittelbar an der Krönungsstraße von Aachen nach Maastricht, der „Via Regia“. Der Name Melaten ist vom französischen malade, krank, abgeleitet.

Den Recherchen und Untersuchungen zufolge sah das Aachener Leprosorium wahrscheinlich wie folgt aus: Um die 1234 erstmals erwähnte Kapelle, deren Fundamente bis heute erhalten geblieben sind, gruppierten sich einfache Holzbauten, die nach dem Tod ihrer Bewohner abgerissen wurden. Zur Versorgung des Leprosoriums dienten große landwirtschaftliche Flächen. Die Toten bestattete man auf dem zugehörigen Friedhof. Nach Aufgabe des Leprosoriums war Melaten ein landwirtschaftliches Gut; 1966 erwarb es das Land Nordrhein-Westfalen zur Errichtung der Uniklinik RWTH Aachen.

Die 1988 und 1989 durchgeführten Ausgrabungen des Friedhofs wurden vom LVR- Amt für Bodendenkmalpflege in Kooperation mit der Uniklinik durchgeführt. Bereits bei Untersuchungen durch den Aachener Arzt Prof. Dr. Egon Schmitz-Cliever und den dänischen Lepraforscher Prof. Dr. Vilhelm Møller-Christensen 1969 und 1972, hatte sich eine gute Knochenerhaltung im Erdreich gezeigt.

Bei den Ausgrabungen 1988/89 bargen die Grabungsteams 138 menschliche Skelette und zahlreiche weitere Knochen. Insgesamt waren 250 bis 300 Personen auf dem Friedhof bestattet. Archäologische Funde, naturwissenschaftliche

Datierungen von Knochen und der Umstand, dass die 1234 erwähnte Kapelle einige, bereits vorhandene Gräber schneidet, weisen auf den Beginn der Belegung im 12. Bis 13. Jahrhundert hin. Die Bestattungen enden wahrscheinlich 1550 mit der Schließung des Leprosoriums und der Umwandlung in ein landwirtschaftliches Gut.

Für den leitenden Archäologen Paul Wagner, früherer Außenstellenleiter des LVR- Amtes für Bodendenkmalpflege, zeigt sich als Ergebnis der archäologischen Untersuchungen ein fürsorglicher Umgang mit den Toten, der auch auf einen entsprechenden Umgang mit den Kranken schließen lasse. Wagner: „Dass hier nicht einfach ein wüster Totenacker genutzt wurde, um sozial ausgegliederte Kranke zu beerdigen, zeigt die große Anzahl der Sargbestattungen, die für die damalige Zeit ein auffällig hohes Maß an Fürsorge und Aufwand bezeugt. Auch die Funde sprechen dafür, dass sozialer Status und Herkunft für die hier Bestatteten nicht völlig verloren waren.“ Die in Reihen angeordneten Gräber waren in der Regel beigabenlos. Ausnahmen bilden Schnallen, darunter eine Ave-Maria-Schnalle.

Ein besonderer Fund ist ein Typar, ein kleiner Siegelstempel. Er wurde im Hüftbereich eines 50- bis 60-jährigen Mannes zusammen mit zwei Gürtelschnallen gefunden. Er befand sich wohl ursprünglich in einer Tasche am Gürtel. Auf dem Siegel ist Petrus dargestellt, der einen Schlüssel und ein Buch in den Händen hält. Die Umschrift „S(IGILLUM) P(E)T(R)US P(RES)B(I)T(ER) DE WAVRA“ weist auf ihren Besitzer hin. Entweder gehörte dieser zu einer Adelsfamilie de Wavre oder es war die belgische Stadt Wavre gemeint.

Die verschiedenen medizinischen und anthropologischen Untersuchungen der Knochen an der Uniklinik RWTH Aachen bestätigen die Lepra-Erkrankung in Melaten. Prof. Dr. Andreas Prescher vom Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie: „Lepra ist durch das pathognomonische Møller-Christensen-Syndrom eindeutig nachgewiesen. Diese typische Manifestation im Bereich des Gesichtsschädels liegt bei etwa 7 Prozent der Bestatteten vor.“ Für Lepra spricht auch das kombinierte und häufige Auftreten von an sich unspezifischen Knochenveränderungen. Festgestellt wurden Knochenhautentzündungen, trophische Knochenveränderungen, Gefäßrillen und Lochdefekte, die ansonsten nicht in dieser Kombination und Häufigkeit zu erwarten wären. Für Andreas Prescher deuten verschiedene Befunde außerdem darauf hin, dass sich die Manifestation der Lepra in Aachen deutlich von der z. B. in Dänemark auftretenden Lepra unterscheidet.

Die bestattete Population weist Männer und Frauen in einem ausgewogenen Verhältnis auf. Einige Knochen sind zweifelsfrei Reste von kleinen Kindern und Säuglingen. Hierbei stellt sich die Frage, ob Familien im Leprosorium lebten. Das Durchschnittsalter der Skelette, die eine Altersbestimmung erlauben, liegt in Melaten, einschließlich 5,8 Prozent Minderjähriger, bei 40,8 Jahren (Männer: 44,7 Jahre und Frauen 41,3 Jahre). Damit weist die Aachener Leprapopulation ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf, als andere historische Leprapopulationen, z. B. in Næstved, Dänemark. Andreas Prescher: „Das für Leprakranke vergleichsweise hohe Lebensalter der Erwachsenen spricht für eine gute Versorgung in Melaten.“

Am Knochenmaterial treten Missbildungen und andere körperliche Stigmatisierungen nicht gehäuft auf. Somit kann aus Sicht von Andreas Prescher die Vermutung, dass Melaten nach der Schließung des Leprosoriums noch als „Krüppelheim“ genutzt wurde, wie von historischer Seite manchmal geäußert, nicht bestätigt werden. Syphilis und Knochentuberkulose waren ebenfalls nicht nachzuweisen, sodass auch ein Heim für die Isolierung und Unterbringung solcher Patienten nicht begründet werden konnte. Anhand der untersuchten Skelette ergeben sich keine Hinweise auf hingerichtete Personen vom nahe gelegenen Aachener Richtplatz, stellte die Rechtsmedizin fest.

„Nachdem im vergangenen Herbst die umfangreiche Untersuchung über die Pfalz Karls des Großen eine breite Beachtung gefunden hat, kann unser Amt mit dem Melatenband nun erneut eine für die Geschichte der Stadt Aachen wichtige Publikation vorlegen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Kunow, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Das Gut Melaten gehört heute zur Uniklinik RWTH Aachen. Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Klinik, blickt nach so viel Geschichte auch in die Zukunft: „Wir freuen uns, dass ein so bedeutsamer Ort Aachener Stadtgeschichte und Krankenversorgung in direkter Nähe zur heutigen Uniklinik liegt. Wir werden uns bemühen, das Gut Melaten angemessen wiederherzustellen, um das geschichtsträchtige Gebäude wieder nutzbar zu machen. Aufgrund der exponierten Lage des Gutes denken wir an die künftige Nutzung als Lern- und Konferenzzentrum.“

Klinik und Lehre: Neuer Prof in der Genetik!

Zum 01.08.2016 hat Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth die Leitung des Instituts für Humangenetik an der Uniklinik RWTH Aachen übernommen. Zuvor war er als Oberarzt und Heisenberg-Professor für Molekulare Neurogenetik am Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Jena, tätig. Sein Vorgänger, Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Zerres, ist emeritiert worden.

csm_Kurth_DSC0794__01_076dcb2973Das Team des Instituts für Humangenetik hat zum ersten August dieses Jahres seinen neuen Direktor, Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth, willkommen geheißen. Der Humangenetiker erforscht unter anderem die Mechanismen bei Nervenerkrankungen, die von der Veränderung eines einzelnen Gens verursacht werden, als Modell für neurodegenerative Prozesse. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte seine Forschung auf dem Gebiet der molekularen Neurogenetik zuletzt im Rahmen einer Heisenberg-Professur. „Die experimentellen Arbeiten und funktionellen Analysen haben einen direkten Bezug zum Patienten, das finde ich besonders reizvoll“, so der 42-Jährige. Für sein Wirken an der Uniklinik RWTH Aachen hat er sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis von Krankheitsmechanismen auf molekularer Ebene weiter voranzutreiben und damit zu dringend benötigten Therapiekonzepten im Bereich der seltenen Erkrankungen beizutragen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Instituten, dem Krebszentrum der Uniklinik (ECCA) und dem Zentrum für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA) sind für seine tägliche Arbeit essentiell. „Die kurzen Wege in der Uniklinik sowie das Umfeld der RWTH bieten mir hierfür die besten Bedingungen. Zudem freue ich mich über mein hochmotiviertes Team in der Humangenetik sowie die Tatsache, dass Herr Professor Zerres noch einige Projekte weiterführen wird und dem Institut somit erhalten bleibt“, betont er.

Werdegang und berufliche Stationen

Prof. Ingo Kurth studierte und promovierte in Aachen und forschte anschließend am Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg. Seine Facharztausbildung zum Humangenetiker absolvierte er am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, wo er sich habilitierte. Vor seinem Wechsel an die Uniklinik RWTH Aachen war er als Oberarzt und Heisenberg- Professor am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena tätig.