Das EKG im Stäbchen…

Vorhofflimmern ist die häufigste therapiebedürftige Herzrhythmusstörung. In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen mit Vorhofflimmern. Betroffene Patienten haben ein bis zu fünfmal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ist das Vorhofflimmern erkannt, kann dem Schlaganfall durch eine medikamentöse Behandlung sehr effektiv vorgebeugt werden. Bei einem Drittel der Patienten tritt Vorhofflimmern jedoch unbemerkt auf, weshalb die Herzrhythmusstörung häufig erst nach einem stattgehabten Schlaganfall diagnostiziert wird. In Aachen haben Wissenschaftler und Ärzte der Uniklinik RWTH Aachen daher gemeinsam mit dem Apothekerverband Aachen e. V. und unter der Schirmherrschaft von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp die Initiative „Aachen gegen den Schlaganfall“ ins Leben gerufen, um herauszufinden, ob ein breites Screening älterer Patienten hilfreich ist, die Schlaganfallrate durch unentdecktes Vorhofflimmern zu reduzieren. Es ist bundesweit die erste Studie dieser Art.
„Vorhofflimmern ist ein Risikofaktor für einen Schlaganfall, aber es wird häufig zu spät entdeckt. Uns ist daher wichtig, unentdecktes Vorhofflimmern früh zu diagnostizieren und so Patienten vor einem Schlaganfall zu schützen. Das ist das Ziel unserer Initiative ‚Aachen gegen den Schlaganfall‘“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen. Das interdisziplinäre Studienteam besteht neben den Aachener Kardiologen vonseiten der Uniklinik RWTH Aachen aus Ärzten und Wissenschaftlern der Klinik für Neurologie und dem Lehrgebiet Allgemeinmedizin. Als Schirmherr für die Initiative fungiert Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Wir freuen uns sehr, dass wir solch eine große Unterstützung der Stadt Aachen erhalten. Das zeigt einmal mehr, wie bedeutsam unsere Studie für die Städteregion ist“, so Prof. Marx. Für Oberbürgermeister Marcel Philipp eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe die Schirmherrschaft über diese Aktion sehr gerne übernommen, weil das gesetzte Ziel so sinnvoll und vielversprechend ist. Wenn es dem Studienteam der Uniklinik RWTH Aachen gemeinsam mit dem Apothekerverband Aachen mit ihrem Forschungsvorhaben gelingt, mehr Menschen vor dem Schlaganfall zu bewahren, bin ich gerne dabei. Dann rufe ich mit großer Überzeugung die Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren dazu auf, sich diesem kurzen und schmerzlosen Test zu unterziehen, um sich selbst zu schützen.“

Kooperation mit Apotheken in Aachen und der Städteregion

Neben der Stadt Aachen ist ebenfalls der Apothekerverband Aachen e. V. an dem Projekt beteiligt. Zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker aus Aachen und der Städteregion sind im Rahmen der Studie erste Ansprechpartner für Interessierte und führen in rund 90 teilnehmenden Apotheken die Testung auf Vorhofflimmern durch. „Die öffentlichen Apotheken gewährleisten mit kompetenter Beratung die wohnortnahe Arzneimittelversorgung und leisten im Gegensatz zum Versandhandel auch regelmäßig Nacht- und Notdienste. Weil uns die Gesundheit der Bevölkerung am Herzen liegt, ist es selbstverständlich, dass wir auch bei dieser Präventionskampagne dabei sind“, so Apothekerin Gabriele Neumann, Vorsitzende des Apothekerverbandes Aachen. „Es ist toll, dass unser regionaler Großhändler

Otto Geilenkirchen die Apotheken bei dieser Aktion öffentlichkeitswirksam mit Radiowerbung unterstützt.“

Hinweis auf Vorhofflimmern in nur einer Minute

Im Rahmen der regional angelegten Studie soll mittels einer Pulsmessung durch einen EKG-Stab in den teilnehmenden Apotheken in Aachen und der Städteregion bei allen Personen im Alter ab 65 Jahren ein bislang nicht diagnostiziertes (asymptomatisches) Vorhofflimmern aufgedeckt werden. Großer Vorteil der Studie ist die sehr unkomplizierte Teilnahme für Interessierte. Die Testung auf Vorhofflimmern mittels EKG-Stab dauert lediglich eine Minute; die Teilnehmer müssen den Stab dabei nur ruhig in den Händen halten. Bei der geplanten Studie handelt es sich um eine vorausschauende offene Studie, um weitere Erkenntnisse über eine Erkrankung oder einer neuen Behandlungsmethode zu gewinnen. Ziel ist es, durch ein breites Screening in Apotheken herauszufinden, wie hoch die Häufigkeit von neu erkanntem Vorhofflimmern ist. Insgesamt sollen circa 90 Apotheken des Aachener Stadtgebiets rund 6.000 Probanden in diese Studie einschließen.

Teilnehmer gesucht

Personen ab 65 Jahren können sich vom 16. bis 28. Januar in 43 teilnehmenden Apotheken in Aachen und vom 13. bis 25. Februar in 45 Apotheken in der Städteregion testen lassen und damit einen Hinweis auf Vorhofflimmern erhalten.

Alle Informationen zum Studienablauf, Datenschutzfragen und häufig gestellte Fragen finden Interessierte auf der Website der Initiative: www.aachen-gegen-den-schlaganfall.de

Infoveranstaltung am 24. Januar

Am Dienstag, den 24.01.2017, findet um 18:00 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Medizin im Dialog“ eine Informationsveranstaltung zum Thema im forum M der Mayerschen Buchhandlung statt.

Neujahrs-Bilderrätsel auf medizineraachen.de

Genug gefeiert, das Lernen geht weiter. Aber man kann ja nicht nur lernen. Deswegen, zur Auflockerung der Klausur-Vorbereitungen und etwas Entspannung, wären doch 29° C Wasser-Temperatur im Solebecken und 90° trockene Hitze in der finnischen Sauna nicht schlecht, oder?

Wir verlosen einen 30 EUR Gutschein für die Carolus-Thermen in unserer Kurstadt Bad Aachen. Aber nicht ganz für lau: Wir wollen wissen, was unser kleines Rätselbild zeigt. Ein kleiner Tipp: Das erfolgreiche Absolvieren des Systemblocks Blut+Abwehr kann hilfreich sein! Welchen Begriff suchen wir.

Schickt eure Lösung bis zum 24.01. an
gewinnspiel@mediziner-aachen.de! Der Gutschein kann dann am 25.01. in der Uniklinik in Empfang genommen werden. Viel Spaß und viel Glück!

Peter Asche im Arbeitgeberverband des Landes NRW

csm_130402-uka-0336_asche_b383791cb9Dipl.-Kfm. Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Uniklinik RWTH Aachen ist erneut für weitere vier Jahre in den Vorstand des Arbeitgeberverbandes des Landes Nordrhein-Westfalen (AdL NRW) gewählt worden. Der Verband vertritt die Arbeitgeberinteressen der Hochschulen, Fachhochschulen und Universitätskliniken des Landes NRW auf tarif-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichem Gebiet.

Neben Peter Asché besteht der Vorstand aus dem Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und gleichzeitig Vorstandsvorsitzenden, Dr. Norbert Walter-Borjans, bzw. seinem Bevollmächtigten, Bernd Pieper, und zwei weiteren Vertretern von Verbandsmitgliedern. Dies sind Regina Zdebel, Kanzlerin der FernUniversität in Hagen, und Heinz-Joachim Henkemeier, Kanzler der Fachhochschule Südwestfalen.

Klinik Comedy: 10 Freikarten für Studierende und Mitarbeiter

An diesem Mittwoch startet die 1. Aachener Klinik Comedy in unserer Uniklinik! Als Medienpartner hat medizineraachen.de hat für euch ein Kontinent von 10 Freikarten erworben, die wir jetzt verlosen.

Einfach jetzt schnell eine Mail an
gewinnspiel@mediziner-aachen.de
schreiben mit dem Betreff „Freikarte MedizinerAachen“ und mit etwas Glück seid ihr am Mittwoch dabei!

Zur Veranstaltung:

Die meisten Menschen betreten von Natur aus ein Krankenhaus nur ungerne. Kommt man als Patient oder Besucher, ist einem oft nicht zum Lachen zumute. Mit der Uniklinik Comedy schlägt die Uniklinik einen gänzlich neuen Weg ein und bietet einen bunten Comedy-Abend, bei dem nach Herzenslust gelacht werden kann. Wir freuen uns sehr, uns noch einmal von einer ganz anderen Seite präsentieren zu können.

Lasst euch die Chance nicht entgehen, am 14.12.2016 ab 19:00 Uhr die vier Comedians Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser, Quichotte, Johannes Schröder und Simon Stäblein live zu erleben. Während ihr einen unterhaltsamen Abend verbringt, tut ihr ganz nebenbei etwas Gutes, denn: Mit eurem Ticketkauf unterstützt ihr die Stiftung Universitätsmedizin Aachen, der alle Einnahmen des Abends zugutekommen.

Weitere Infos zur Veranstaltung und den vier Comedians auf:
www.uniklinik-comedy.ukaachen.de

Die Tickets kosten 18 Euro und sind bei KlenkesTicket im Kapuzinerkarree oder online erhältlich: www.klenkes-tickets.de/show-tickets-comedy/uniklinik-comedy

 

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Medizin seit hunderten Jahren am Standort „Uniklinik“

Aachen, 24.11.2016 – Eine für Deutschland einmalige Publikation über eine mittelalterliche Leprastation legte nun das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit dem 73. Band der „Rheinischen Ausgrabungen“ über Aachen-Melaten vor. Die beiden Hauptautoren, der Archäologe Paul Wagner M. A. und der Anatom Prof. Dr. med. Andreas Prescher von der Uniklinik RWTH Aachen, kommen übereinstimmend zu der Beurteilung, dass die in Melaten untergebrachten Menschen vergleichsweise gut versorgt waren.

Das Aachener Leprosorium nimmt deutschlandweit eine herausragende Stellung in der Forschung ein, da hier sowohl originale Bausubstanz als auch der zugehörige Friedhof erhalten geblieben sind und als Ensemble wissenschaftlich untersucht werden konnten. Die 446 Seiten starke Publikation beleuchtet die Geschichte des Leprosoriums und seines Friedhofs aus archäologischer, medizinischer, geologischer, historischer und baugeschichtlicher Sicht.

Im Mittelalter isolierte man Leprakranke, um eine Ausbreitung der ansteckenden Krankheit zu verhindern. Sie wurden „ausgesetzt“ und lebten in „Aussätzigen- stationen“, auch „Siechhäuser“ genannt. Diese fanden sich meist an Ausfallstraßen, um den Kranken das Betteln für ihren Lebensunterhalt zu ermöglichen. Die Aachener Leprastation lag unmittelbar an der Krönungsstraße von Aachen nach Maastricht, der „Via Regia“. Der Name Melaten ist vom französischen malade, krank, abgeleitet.

Den Recherchen und Untersuchungen zufolge sah das Aachener Leprosorium wahrscheinlich wie folgt aus: Um die 1234 erstmals erwähnte Kapelle, deren Fundamente bis heute erhalten geblieben sind, gruppierten sich einfache Holzbauten, die nach dem Tod ihrer Bewohner abgerissen wurden. Zur Versorgung des Leprosoriums dienten große landwirtschaftliche Flächen. Die Toten bestattete man auf dem zugehörigen Friedhof. Nach Aufgabe des Leprosoriums war Melaten ein landwirtschaftliches Gut; 1966 erwarb es das Land Nordrhein-Westfalen zur Errichtung der Uniklinik RWTH Aachen.

Die 1988 und 1989 durchgeführten Ausgrabungen des Friedhofs wurden vom LVR- Amt für Bodendenkmalpflege in Kooperation mit der Uniklinik durchgeführt. Bereits bei Untersuchungen durch den Aachener Arzt Prof. Dr. Egon Schmitz-Cliever und den dänischen Lepraforscher Prof. Dr. Vilhelm Møller-Christensen 1969 und 1972, hatte sich eine gute Knochenerhaltung im Erdreich gezeigt.

Bei den Ausgrabungen 1988/89 bargen die Grabungsteams 138 menschliche Skelette und zahlreiche weitere Knochen. Insgesamt waren 250 bis 300 Personen auf dem Friedhof bestattet. Archäologische Funde, naturwissenschaftliche

Datierungen von Knochen und der Umstand, dass die 1234 erwähnte Kapelle einige, bereits vorhandene Gräber schneidet, weisen auf den Beginn der Belegung im 12. Bis 13. Jahrhundert hin. Die Bestattungen enden wahrscheinlich 1550 mit der Schließung des Leprosoriums und der Umwandlung in ein landwirtschaftliches Gut.

Für den leitenden Archäologen Paul Wagner, früherer Außenstellenleiter des LVR- Amtes für Bodendenkmalpflege, zeigt sich als Ergebnis der archäologischen Untersuchungen ein fürsorglicher Umgang mit den Toten, der auch auf einen entsprechenden Umgang mit den Kranken schließen lasse. Wagner: „Dass hier nicht einfach ein wüster Totenacker genutzt wurde, um sozial ausgegliederte Kranke zu beerdigen, zeigt die große Anzahl der Sargbestattungen, die für die damalige Zeit ein auffällig hohes Maß an Fürsorge und Aufwand bezeugt. Auch die Funde sprechen dafür, dass sozialer Status und Herkunft für die hier Bestatteten nicht völlig verloren waren.“ Die in Reihen angeordneten Gräber waren in der Regel beigabenlos. Ausnahmen bilden Schnallen, darunter eine Ave-Maria-Schnalle.

Ein besonderer Fund ist ein Typar, ein kleiner Siegelstempel. Er wurde im Hüftbereich eines 50- bis 60-jährigen Mannes zusammen mit zwei Gürtelschnallen gefunden. Er befand sich wohl ursprünglich in einer Tasche am Gürtel. Auf dem Siegel ist Petrus dargestellt, der einen Schlüssel und ein Buch in den Händen hält. Die Umschrift „S(IGILLUM) P(E)T(R)US P(RES)B(I)T(ER) DE WAVRA“ weist auf ihren Besitzer hin. Entweder gehörte dieser zu einer Adelsfamilie de Wavre oder es war die belgische Stadt Wavre gemeint.

Die verschiedenen medizinischen und anthropologischen Untersuchungen der Knochen an der Uniklinik RWTH Aachen bestätigen die Lepra-Erkrankung in Melaten. Prof. Dr. Andreas Prescher vom Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie: „Lepra ist durch das pathognomonische Møller-Christensen-Syndrom eindeutig nachgewiesen. Diese typische Manifestation im Bereich des Gesichtsschädels liegt bei etwa 7 Prozent der Bestatteten vor.“ Für Lepra spricht auch das kombinierte und häufige Auftreten von an sich unspezifischen Knochenveränderungen. Festgestellt wurden Knochenhautentzündungen, trophische Knochenveränderungen, Gefäßrillen und Lochdefekte, die ansonsten nicht in dieser Kombination und Häufigkeit zu erwarten wären. Für Andreas Prescher deuten verschiedene Befunde außerdem darauf hin, dass sich die Manifestation der Lepra in Aachen deutlich von der z. B. in Dänemark auftretenden Lepra unterscheidet.

Die bestattete Population weist Männer und Frauen in einem ausgewogenen Verhältnis auf. Einige Knochen sind zweifelsfrei Reste von kleinen Kindern und Säuglingen. Hierbei stellt sich die Frage, ob Familien im Leprosorium lebten. Das Durchschnittsalter der Skelette, die eine Altersbestimmung erlauben, liegt in Melaten, einschließlich 5,8 Prozent Minderjähriger, bei 40,8 Jahren (Männer: 44,7 Jahre und Frauen 41,3 Jahre). Damit weist die Aachener Leprapopulation ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf, als andere historische Leprapopulationen, z. B. in Næstved, Dänemark. Andreas Prescher: „Das für Leprakranke vergleichsweise hohe Lebensalter der Erwachsenen spricht für eine gute Versorgung in Melaten.“

Am Knochenmaterial treten Missbildungen und andere körperliche Stigmatisierungen nicht gehäuft auf. Somit kann aus Sicht von Andreas Prescher die Vermutung, dass Melaten nach der Schließung des Leprosoriums noch als „Krüppelheim“ genutzt wurde, wie von historischer Seite manchmal geäußert, nicht bestätigt werden. Syphilis und Knochentuberkulose waren ebenfalls nicht nachzuweisen, sodass auch ein Heim für die Isolierung und Unterbringung solcher Patienten nicht begründet werden konnte. Anhand der untersuchten Skelette ergeben sich keine Hinweise auf hingerichtete Personen vom nahe gelegenen Aachener Richtplatz, stellte die Rechtsmedizin fest.

„Nachdem im vergangenen Herbst die umfangreiche Untersuchung über die Pfalz Karls des Großen eine breite Beachtung gefunden hat, kann unser Amt mit dem Melatenband nun erneut eine für die Geschichte der Stadt Aachen wichtige Publikation vorlegen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Kunow, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Das Gut Melaten gehört heute zur Uniklinik RWTH Aachen. Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Klinik, blickt nach so viel Geschichte auch in die Zukunft: „Wir freuen uns, dass ein so bedeutsamer Ort Aachener Stadtgeschichte und Krankenversorgung in direkter Nähe zur heutigen Uniklinik liegt. Wir werden uns bemühen, das Gut Melaten angemessen wiederherzustellen, um das geschichtsträchtige Gebäude wieder nutzbar zu machen. Aufgrund der exponierten Lage des Gutes denken wir an die künftige Nutzung als Lern- und Konferenzzentrum.“

Klinik und Lehre: Neuer Prof in der Genetik!

Zum 01.08.2016 hat Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth die Leitung des Instituts für Humangenetik an der Uniklinik RWTH Aachen übernommen. Zuvor war er als Oberarzt und Heisenberg-Professor für Molekulare Neurogenetik am Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Jena, tätig. Sein Vorgänger, Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Zerres, ist emeritiert worden.

csm_Kurth_DSC0794__01_076dcb2973Das Team des Instituts für Humangenetik hat zum ersten August dieses Jahres seinen neuen Direktor, Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth, willkommen geheißen. Der Humangenetiker erforscht unter anderem die Mechanismen bei Nervenerkrankungen, die von der Veränderung eines einzelnen Gens verursacht werden, als Modell für neurodegenerative Prozesse. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte seine Forschung auf dem Gebiet der molekularen Neurogenetik zuletzt im Rahmen einer Heisenberg-Professur. „Die experimentellen Arbeiten und funktionellen Analysen haben einen direkten Bezug zum Patienten, das finde ich besonders reizvoll“, so der 42-Jährige. Für sein Wirken an der Uniklinik RWTH Aachen hat er sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis von Krankheitsmechanismen auf molekularer Ebene weiter voranzutreiben und damit zu dringend benötigten Therapiekonzepten im Bereich der seltenen Erkrankungen beizutragen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Instituten, dem Krebszentrum der Uniklinik (ECCA) und dem Zentrum für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA) sind für seine tägliche Arbeit essentiell. „Die kurzen Wege in der Uniklinik sowie das Umfeld der RWTH bieten mir hierfür die besten Bedingungen. Zudem freue ich mich über mein hochmotiviertes Team in der Humangenetik sowie die Tatsache, dass Herr Professor Zerres noch einige Projekte weiterführen wird und dem Institut somit erhalten bleibt“, betont er.

Werdegang und berufliche Stationen

Prof. Ingo Kurth studierte und promovierte in Aachen und forschte anschließend am Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg. Seine Facharztausbildung zum Humangenetiker absolvierte er am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, wo er sich habilitierte. Vor seinem Wechsel an die Uniklinik RWTH Aachen war er als Oberarzt und Heisenberg- Professor am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena tätig.

Oskar ist da!

Der Hund ist des Menschen bester Freund – in dieser Aussage steckt viel Wahrheit. Hunde pflegen eine spezielle Bindung zum Menschen, haben einen sehr feinen Instinkt und können sich auf den gesundheitlichen und emotionalen Status von Personen einstellen. Als Therapiebegleithunde können sie positive Wirkungen in körperlicher, psychischer und sozialer Hinsicht ermöglichen. Dies ist auch das Ziel von Oskar, dem neuen Therapiebegleithund an der Uniklinik RWTH Aachen. Der Golden Retriever startet in Kürze eine spezielle Ausbildung, um zukünftig Patienten in der palliativmedizinischen und kinderonkologischen Versorgung zu begleiten. „Mit ihrer unglaublichen Sensibilität können Hunde eine wichtige Stütze für schwerkranke Menschen sein. Wo der Mensch keine Worte mehr findet, wird Oskar da sein“, so Univ.-Prof. Dr. med. Roman Rolke, Direktor der Klinik für Palliativmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen, die federführend bei dem Projekt ist.

Das Projekt „Tiergestützte Therapie“ an der Uniklinik RWTH Aachen ist als Kooperation der Klinik für Palliativmedizin und der Abteilung Kinderonkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin entstanden. Eine besondere Rolle spielt dabei Christina Ide, Case Managerin an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, die den Welpen Oskar im Januar dieses Jahres bei sich aufnahm, sich um ihn sorgt und mit ihm die Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam durchlaufen wird. Betreut wird das Duo in den kommenden Monaten von Dipl.-Biologin Kerstin Raupach (Tiergestützte Arbeit Aachen): Die Fachkraft für tiergestützte Therapie bildet das Team für seine späteren Einsätze in der Begleitung von Therapien in der Palliativmedizin und Onkologie aus. Das Mensch-Hund-Team wird sich dabei unter anderem folgende Fähigkeiten aneignen: Akzeptanz von Nähe und Bedrängen, Arbeiten unter Ablenkung, Umgang und Verhalten in und mit Gruppen sowie Gewöhnung an ungewohnte Bewegungsmuster und Umweltreize.

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Da die komplexe Ausbildung als Therapiebegleithund viel Zeit beansprucht, wird Oskar voraussichtlich erst Anfang 2018 vollständig in den Dienst eintreten können. Doch auch zuvor wird der Vierbeiner an der Uniklinik RWTH Aachen viel Freude verbreiten, da Oskar seine Ausbildung zu einem großen Teil an seinem späteren Arbeitsplatz absolvieren wird „Das Projekt ‚Tiergestützt Therapie‘ ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir freuen uns sehr über das große Engagement von Frau Ide und unsere gemeinsame Zukunft mit Oskar“, sagt Prof. Rolke. Unterstützt und getragen wird das Projekt von dem PalliA – Verein zur Förderung der Palliativmedizin Aachen e.V., der für die Ausbildungs- und Gesundheitskosten von Oskar aufkommt.

Sparkasse Aachen unterstützt akademische Karrieren

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Partner beim Bildundsfonds der RWTH Aachen

Damit exzellente Studierende an der RWTH Aachen erfolgreich und mit dem nötigen finanziellen Spielraum studieren können, wurde zum Wintersemester 2009/2010 der Bildungsfonds der RWTH gegründet. Im Rahmen dieses zentralen Stipendienprogramms wird an der RWTH Aachen das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung angeboten.

Der Bildungsfonds unterstützt Stipendiaten monatlich mit 300 Euro. Die Hälfte des Stipendiums muss allerdings von privaten Spenderinnen und Spendern, Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Verbänden eingeworben werden. Die Sparkasse Aachen unterstützt in diesem Rahmen jährlich zehn Stipendien an der RWTH Aachen.

Sie wollen sich für ein Stipendium bewerben? Die Online-Bewerbung um eines der Deutschlandstipendien ist vom 1. bis 30. Juni 2016 möglich. Weitere Infos hier:

https://www.rwth-aachen.de/cms/root/Wirtschaft/Fundraising/Bildungsfonds/Infs-fuer-Bewerberinnen-und-Bewerber/~emf/Online-Bewerbung/

Kooperation mit dem Career Center der RWTH Aachen

Wir möchten Ihren individuellen Karriereweg unterstützen. Das tun wir zum Beispiel mit der Förderung studienbegleitender Trainingsangebote. Das Career Center der RWTH ist hier seit vielen Jahren unser bewährter Kooperationspartner. In verschiedenen Workshops und Seminare können Sie sogenannte „Soft Skills“ für Ihren beruflichen Weg einüben und erproben. Themen wie „Vom Studium in die Teamleitung“ oder „Stil und Standing“ helfen Ihnen, den Rollenwechsel zu meistern und rücken Ihre soziale Kompetenzen in den Fokus. Pro Semester finanziert die Sparkasse sechs dieser kompakten Seminare. Schauen Sie mal rein in das vielfältige Veranstaltungsangebot!

http://www.rwth-aachen.de/go/id/byfi

Ausprobieren und Mitmachen – RWTH FH SPORTSDAY powered by Sparkasse Aachen am 29. Juni 2016

Gerade die Mediziner wissen: Gesundheit und Sport sind eng miteinander verbunden.

Das im Studium zu lernen, ist das eine, das aktive Mitmachen das andere! Also schnell den SPORTS DAY 2016 im Kalender vormerken:

Am Mittwoch, 29. Juni heißt es wieder: Sport machen und Spaß haben auf dem Königshügel und in der Sporthalle an der Ahornstraße. Hier präsentiert das Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen sein breites Angebot.

Zahlreiche Schnupperangebote laden jeden Interessierten zum Ausprobieren und Kennenlernen neuer Sportarten ein, Spiel und Spaß gibt es auch bei den spannenden Turnieren, bei der Institutsolympiade und in packenden Wettkämpfen! Es gibt tolle Preise zu gewinnen, „powered by Sparkasse Aachen“.

Am Tag des Hochschulsports ist für Studierende und Bedienstete der RWTH sowie der FH Aachen ab 13 Uhr DIES. Jeder ist also eingeladen, das vielfältige Programm kennenzulernen. Im Anschluss an das Event findet die alljährliche Aftershow-Party im Apollo statt.

Weitere Infos zu den Turnieren, den kostenlosen Schnupperangeboten, zur Institutsolympiade und zum Volunteering hier (Klick!)

Mit „wuff“ mehr Wärme und Empathie in der Palliation

Dort, wo konventionelle Behandlungsansätze nicht greifen, kann tiergestützte Therapie als Eisbrecher wirken. In der letz- ten Ausgabe der Uniklinikintern haben wir Ihnen Therapiebegleithund Oskar, den neuen, tierischen Freund der Uniklinik RWTH Aachen, vorgestellt. Seitdem ist er unverkennbar größer gewor- den – schon bald wird er dem Klinikalltag gewachsen sein. Oskar und sein Frauchen Christina Ide, Case Managerin an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, haben bis dahin noch viele Monate gemeinsames Training mit der Hundeerziehungs- und Verhaltensberaterin Kerstin Raupach vor sich.

oskar„Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht“, so sprach schon der Schauspieler Heinz Rühmann. In tiergestützten Thera- pien kann der sogenannte „Pawsitive Pal“ (dt.: „Kumpel auf Pfoten“), als bester Freund des Menschen, zur Steigerung der Lebensqualität beitragen und den Alltag erleichtern. Er ist aber kein serviceorientierter Begleiter, sondern wird als Seelentröster in verschiedenen Einrichtungen wie Alten- oder Kinderheimen, Behinderteneinrichtungen oder Kran- kenhäusern eingesetzt. Der Hund ist nicht nur Freundersatz und eine angenehme Ablenkung von der eigenen Krankheit, sondern lindert auch Stress und Angst. Man sagt sogar: Durch Hunde können Depressionen gelöst oder der Blutdruck gesenkt werden. Sie bringen zum Lachen und erzeugen neuen Lebensmut.

Das Therapiebegleitduo Christina Ide und Oskar: Seit der Aufnahme Mitte März ist der Golden Retriever noch ein Stück größer geworden

Kerstin Raupach ist Oskars Hundetrainerin. In ihrer Hundeschu-
le „SPUR-WERK“ in Aachentrainiert sie mit verschiedenen Hundeteams und hält Seminarezu Themen rund um den PartnerHund: seine Anatomie und Neurobiologie, die individuelle Förderung seiner Talente und natürlich die Entwicklung einer stabilen Mensch-Hund-Beziehung. Sie erklärt, wie ein Therapiebegleithund durchseine bloße Anwesenheit den
Heilungsprozess positiv beeinflussen kann – natürlich nur, wenn der Patient das möchte: „Vorurteilslos sucht er den Kontakt, schenkt Wärme und emotionale Nähe und gibt Schwerkranken das Gefühl, dass sie gebraucht werden. Im geschützten Raum erfährt der Patient noch einmal ungeteilte Auf- merksamkeit und Wertschätzung.“

Ein besonderes Potential der Mensch-Hund Beziehung liegt darin, dass ähnliche Emotionen in Mimik und Gestik zu erkennen sind. Auch der Hund kann Trauer, Angst oder Aufregung genauso fühlen und zeigen wie Freude und Sicherheit. Das ermöglicht nonverbale Kommunika- tion mit dem Patienten und regt dessen Mitteilungsbedürfnis an. Mit einem Therapiebegleithund kann ein Zugang zum Patienten gefunden werden, der vorher unmöglich schien. In einer therapeutischen Situation verbessert sich die Atmosphäre durch ihn spürbar für alle Beteiligten, für den Patienten und seine Angehörigen genauso wie für Ärzte oder Therapeuten.

Interventionen mit dem Hund ermutigen den Patienten, sich zu bewegen und somit körperlichen Ausfallerscheinungen entgegenzuwirken. „Sogar Patienten, von denen kaum noch Regung zu erwarten ist, reagieren auf den Hund. Den pädagogischen Maßnahmen sind nur die Grenzen ge- setzt, die Hund und Klient festlegen. Spaziergänge oder Spiele mit dem Tier sind genauso möglich wie Schmusen oder Streicheln. Der positive Effekt hierauf gibt Raum für weiterführende Therapieansätze“, berichtet Raupach.

Die Fachfrau für tiergestützte Therapie ist zuversichtlich: „Oskar wächst in den verantwortungsvollen Beruf Therapiebegleithund sehr gut
hinein und wird von Welpen an von Christina Ide spielerisch auf seinen anspruchsvollen und abwechslungsreichen zukünftigen Klinikalltag vorbereitet.“ Allein schon durch sein freundliches Äußeres wirkt Oskar stimmungsaufhellend, strahlt Sicherheit aus und hat natürlich auch das besondere Talent der unkonventionellen Kommunikation: Mit ihm kann man kuscheln. Oskars positiver Einfluss ist schon jetzt eine Bereicherung für unsere Uniklinik!