Medizin seit hunderten Jahren am Standort „Uniklinik“

Aachen, 24.11.2016 – Eine für Deutschland einmalige Publikation über eine mittelalterliche Leprastation legte nun das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit dem 73. Band der „Rheinischen Ausgrabungen“ über Aachen-Melaten vor. Die beiden Hauptautoren, der Archäologe Paul Wagner M. A. und der Anatom Prof. Dr. med. Andreas Prescher von der Uniklinik RWTH Aachen, kommen übereinstimmend zu der Beurteilung, dass die in Melaten untergebrachten Menschen vergleichsweise gut versorgt waren.

Das Aachener Leprosorium nimmt deutschlandweit eine herausragende Stellung in der Forschung ein, da hier sowohl originale Bausubstanz als auch der zugehörige Friedhof erhalten geblieben sind und als Ensemble wissenschaftlich untersucht werden konnten. Die 446 Seiten starke Publikation beleuchtet die Geschichte des Leprosoriums und seines Friedhofs aus archäologischer, medizinischer, geologischer, historischer und baugeschichtlicher Sicht.

Im Mittelalter isolierte man Leprakranke, um eine Ausbreitung der ansteckenden Krankheit zu verhindern. Sie wurden „ausgesetzt“ und lebten in „Aussätzigen- stationen“, auch „Siechhäuser“ genannt. Diese fanden sich meist an Ausfallstraßen, um den Kranken das Betteln für ihren Lebensunterhalt zu ermöglichen. Die Aachener Leprastation lag unmittelbar an der Krönungsstraße von Aachen nach Maastricht, der „Via Regia“. Der Name Melaten ist vom französischen malade, krank, abgeleitet.

Den Recherchen und Untersuchungen zufolge sah das Aachener Leprosorium wahrscheinlich wie folgt aus: Um die 1234 erstmals erwähnte Kapelle, deren Fundamente bis heute erhalten geblieben sind, gruppierten sich einfache Holzbauten, die nach dem Tod ihrer Bewohner abgerissen wurden. Zur Versorgung des Leprosoriums dienten große landwirtschaftliche Flächen. Die Toten bestattete man auf dem zugehörigen Friedhof. Nach Aufgabe des Leprosoriums war Melaten ein landwirtschaftliches Gut; 1966 erwarb es das Land Nordrhein-Westfalen zur Errichtung der Uniklinik RWTH Aachen.

Die 1988 und 1989 durchgeführten Ausgrabungen des Friedhofs wurden vom LVR- Amt für Bodendenkmalpflege in Kooperation mit der Uniklinik durchgeführt. Bereits bei Untersuchungen durch den Aachener Arzt Prof. Dr. Egon Schmitz-Cliever und den dänischen Lepraforscher Prof. Dr. Vilhelm Møller-Christensen 1969 und 1972, hatte sich eine gute Knochenerhaltung im Erdreich gezeigt.

Bei den Ausgrabungen 1988/89 bargen die Grabungsteams 138 menschliche Skelette und zahlreiche weitere Knochen. Insgesamt waren 250 bis 300 Personen auf dem Friedhof bestattet. Archäologische Funde, naturwissenschaftliche

Datierungen von Knochen und der Umstand, dass die 1234 erwähnte Kapelle einige, bereits vorhandene Gräber schneidet, weisen auf den Beginn der Belegung im 12. Bis 13. Jahrhundert hin. Die Bestattungen enden wahrscheinlich 1550 mit der Schließung des Leprosoriums und der Umwandlung in ein landwirtschaftliches Gut.

Für den leitenden Archäologen Paul Wagner, früherer Außenstellenleiter des LVR- Amtes für Bodendenkmalpflege, zeigt sich als Ergebnis der archäologischen Untersuchungen ein fürsorglicher Umgang mit den Toten, der auch auf einen entsprechenden Umgang mit den Kranken schließen lasse. Wagner: „Dass hier nicht einfach ein wüster Totenacker genutzt wurde, um sozial ausgegliederte Kranke zu beerdigen, zeigt die große Anzahl der Sargbestattungen, die für die damalige Zeit ein auffällig hohes Maß an Fürsorge und Aufwand bezeugt. Auch die Funde sprechen dafür, dass sozialer Status und Herkunft für die hier Bestatteten nicht völlig verloren waren.“ Die in Reihen angeordneten Gräber waren in der Regel beigabenlos. Ausnahmen bilden Schnallen, darunter eine Ave-Maria-Schnalle.

Ein besonderer Fund ist ein Typar, ein kleiner Siegelstempel. Er wurde im Hüftbereich eines 50- bis 60-jährigen Mannes zusammen mit zwei Gürtelschnallen gefunden. Er befand sich wohl ursprünglich in einer Tasche am Gürtel. Auf dem Siegel ist Petrus dargestellt, der einen Schlüssel und ein Buch in den Händen hält. Die Umschrift „S(IGILLUM) P(E)T(R)US P(RES)B(I)T(ER) DE WAVRA“ weist auf ihren Besitzer hin. Entweder gehörte dieser zu einer Adelsfamilie de Wavre oder es war die belgische Stadt Wavre gemeint.

Die verschiedenen medizinischen und anthropologischen Untersuchungen der Knochen an der Uniklinik RWTH Aachen bestätigen die Lepra-Erkrankung in Melaten. Prof. Dr. Andreas Prescher vom Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie: „Lepra ist durch das pathognomonische Møller-Christensen-Syndrom eindeutig nachgewiesen. Diese typische Manifestation im Bereich des Gesichtsschädels liegt bei etwa 7 Prozent der Bestatteten vor.“ Für Lepra spricht auch das kombinierte und häufige Auftreten von an sich unspezifischen Knochenveränderungen. Festgestellt wurden Knochenhautentzündungen, trophische Knochenveränderungen, Gefäßrillen und Lochdefekte, die ansonsten nicht in dieser Kombination und Häufigkeit zu erwarten wären. Für Andreas Prescher deuten verschiedene Befunde außerdem darauf hin, dass sich die Manifestation der Lepra in Aachen deutlich von der z. B. in Dänemark auftretenden Lepra unterscheidet.

Die bestattete Population weist Männer und Frauen in einem ausgewogenen Verhältnis auf. Einige Knochen sind zweifelsfrei Reste von kleinen Kindern und Säuglingen. Hierbei stellt sich die Frage, ob Familien im Leprosorium lebten. Das Durchschnittsalter der Skelette, die eine Altersbestimmung erlauben, liegt in Melaten, einschließlich 5,8 Prozent Minderjähriger, bei 40,8 Jahren (Männer: 44,7 Jahre und Frauen 41,3 Jahre). Damit weist die Aachener Leprapopulation ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf, als andere historische Leprapopulationen, z. B. in Næstved, Dänemark. Andreas Prescher: „Das für Leprakranke vergleichsweise hohe Lebensalter der Erwachsenen spricht für eine gute Versorgung in Melaten.“

Am Knochenmaterial treten Missbildungen und andere körperliche Stigmatisierungen nicht gehäuft auf. Somit kann aus Sicht von Andreas Prescher die Vermutung, dass Melaten nach der Schließung des Leprosoriums noch als „Krüppelheim“ genutzt wurde, wie von historischer Seite manchmal geäußert, nicht bestätigt werden. Syphilis und Knochentuberkulose waren ebenfalls nicht nachzuweisen, sodass auch ein Heim für die Isolierung und Unterbringung solcher Patienten nicht begründet werden konnte. Anhand der untersuchten Skelette ergeben sich keine Hinweise auf hingerichtete Personen vom nahe gelegenen Aachener Richtplatz, stellte die Rechtsmedizin fest.

„Nachdem im vergangenen Herbst die umfangreiche Untersuchung über die Pfalz Karls des Großen eine breite Beachtung gefunden hat, kann unser Amt mit dem Melatenband nun erneut eine für die Geschichte der Stadt Aachen wichtige Publikation vorlegen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Kunow, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Das Gut Melaten gehört heute zur Uniklinik RWTH Aachen. Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Klinik, blickt nach so viel Geschichte auch in die Zukunft: „Wir freuen uns, dass ein so bedeutsamer Ort Aachener Stadtgeschichte und Krankenversorgung in direkter Nähe zur heutigen Uniklinik liegt. Wir werden uns bemühen, das Gut Melaten angemessen wiederherzustellen, um das geschichtsträchtige Gebäude wieder nutzbar zu machen. Aufgrund der exponierten Lage des Gutes denken wir an die künftige Nutzung als Lern- und Konferenzzentrum.“

Klinik Comedy 1.0

Die meisten Menschen betreten von Natur aus ein Krankenhaus nur ungerne. Kommt man als Patient oder Besucher, ist einem oft nicht zum Lachen zumute. Mit der Uniklinik Comedy schlägt die Uniklinik einen gänzlich neuen Weg ein und bietet einen bunten Comedy-Abend, bei dem nach Herzenslust gelacht werden kann. Wir freuen uns sehr, uns noch einmal von einer ganz anderen Seite präsentieren zu können.

Lasst euch die Chance nicht entgehen, am 14.12.2016 ab 19:00 Uhr die vier Comedians Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser, Quichotte, Johannes Schröder und Simon Stäblein live zu erleben. Während ihr einen unterhaltsamen Abend verbringt, tut ihr ganz nebenbei etwas Gutes, denn: Mit eurem Ticketkauf unterstützt ihr die Stiftung Universitätsmedizin Aachen, der alle Einnahmen des Abends zugutekommen.

Weitere Infos zur Veranstaltung und den vier Comedians auf:
www.uniklinik-comedy.ukaachen.de

Die Tickets kosten 18 Euro und sind bei KlenkesTicket im Kapuzinerkarree oder online erhältlich: www.klenkes-tickets.de/show-tickets-comedy/uniklinik-comedy

 

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Klinik und Lehre: Neuer Prof in der Genetik!

Zum 01.08.2016 hat Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth die Leitung des Instituts für Humangenetik an der Uniklinik RWTH Aachen übernommen. Zuvor war er als Oberarzt und Heisenberg-Professor für Molekulare Neurogenetik am Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Jena, tätig. Sein Vorgänger, Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Zerres, ist emeritiert worden.

csm_Kurth_DSC0794__01_076dcb2973Das Team des Instituts für Humangenetik hat zum ersten August dieses Jahres seinen neuen Direktor, Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth, willkommen geheißen. Der Humangenetiker erforscht unter anderem die Mechanismen bei Nervenerkrankungen, die von der Veränderung eines einzelnen Gens verursacht werden, als Modell für neurodegenerative Prozesse. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte seine Forschung auf dem Gebiet der molekularen Neurogenetik zuletzt im Rahmen einer Heisenberg-Professur. „Die experimentellen Arbeiten und funktionellen Analysen haben einen direkten Bezug zum Patienten, das finde ich besonders reizvoll“, so der 42-Jährige. Für sein Wirken an der Uniklinik RWTH Aachen hat er sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis von Krankheitsmechanismen auf molekularer Ebene weiter voranzutreiben und damit zu dringend benötigten Therapiekonzepten im Bereich der seltenen Erkrankungen beizutragen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Instituten, dem Krebszentrum der Uniklinik (ECCA) und dem Zentrum für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA) sind für seine tägliche Arbeit essentiell. „Die kurzen Wege in der Uniklinik sowie das Umfeld der RWTH bieten mir hierfür die besten Bedingungen. Zudem freue ich mich über mein hochmotiviertes Team in der Humangenetik sowie die Tatsache, dass Herr Professor Zerres noch einige Projekte weiterführen wird und dem Institut somit erhalten bleibt“, betont er.

Werdegang und berufliche Stationen

Prof. Ingo Kurth studierte und promovierte in Aachen und forschte anschließend am Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg. Seine Facharztausbildung zum Humangenetiker absolvierte er am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, wo er sich habilitierte. Vor seinem Wechsel an die Uniklinik RWTH Aachen war er als Oberarzt und Heisenberg- Professor am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena tätig.

Oskar ist da!

Der Hund ist des Menschen bester Freund – in dieser Aussage steckt viel Wahrheit. Hunde pflegen eine spezielle Bindung zum Menschen, haben einen sehr feinen Instinkt und können sich auf den gesundheitlichen und emotionalen Status von Personen einstellen. Als Therapiebegleithunde können sie positive Wirkungen in körperlicher, psychischer und sozialer Hinsicht ermöglichen. Dies ist auch das Ziel von Oskar, dem neuen Therapiebegleithund an der Uniklinik RWTH Aachen. Der Golden Retriever startet in Kürze eine spezielle Ausbildung, um zukünftig Patienten in der palliativmedizinischen und kinderonkologischen Versorgung zu begleiten. „Mit ihrer unglaublichen Sensibilität können Hunde eine wichtige Stütze für schwerkranke Menschen sein. Wo der Mensch keine Worte mehr findet, wird Oskar da sein“, so Univ.-Prof. Dr. med. Roman Rolke, Direktor der Klinik für Palliativmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen, die federführend bei dem Projekt ist.

Das Projekt „Tiergestützte Therapie“ an der Uniklinik RWTH Aachen ist als Kooperation der Klinik für Palliativmedizin und der Abteilung Kinderonkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin entstanden. Eine besondere Rolle spielt dabei Christina Ide, Case Managerin an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, die den Welpen Oskar im Januar dieses Jahres bei sich aufnahm, sich um ihn sorgt und mit ihm die Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam durchlaufen wird. Betreut wird das Duo in den kommenden Monaten von Dipl.-Biologin Kerstin Raupach (Tiergestützte Arbeit Aachen): Die Fachkraft für tiergestützte Therapie bildet das Team für seine späteren Einsätze in der Begleitung von Therapien in der Palliativmedizin und Onkologie aus. Das Mensch-Hund-Team wird sich dabei unter anderem folgende Fähigkeiten aneignen: Akzeptanz von Nähe und Bedrängen, Arbeiten unter Ablenkung, Umgang und Verhalten in und mit Gruppen sowie Gewöhnung an ungewohnte Bewegungsmuster und Umweltreize.

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Da die komplexe Ausbildung als Therapiebegleithund viel Zeit beansprucht, wird Oskar voraussichtlich erst Anfang 2018 vollständig in den Dienst eintreten können. Doch auch zuvor wird der Vierbeiner an der Uniklinik RWTH Aachen viel Freude verbreiten, da Oskar seine Ausbildung zu einem großen Teil an seinem späteren Arbeitsplatz absolvieren wird „Das Projekt ‚Tiergestützt Therapie‘ ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir freuen uns sehr über das große Engagement von Frau Ide und unsere gemeinsame Zukunft mit Oskar“, sagt Prof. Rolke. Unterstützt und getragen wird das Projekt von dem PalliA – Verein zur Förderung der Palliativmedizin Aachen e.V., der für die Ausbildungs- und Gesundheitskosten von Oskar aufkommt.

Sparkasse Aachen unterstützt akademische Karrieren

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Partner beim Bildundsfonds der RWTH Aachen

Damit exzellente Studierende an der RWTH Aachen erfolgreich und mit dem nötigen finanziellen Spielraum studieren können, wurde zum Wintersemester 2009/2010 der Bildungsfonds der RWTH gegründet. Im Rahmen dieses zentralen Stipendienprogramms wird an der RWTH Aachen das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung angeboten.

Der Bildungsfonds unterstützt Stipendiaten monatlich mit 300 Euro. Die Hälfte des Stipendiums muss allerdings von privaten Spenderinnen und Spendern, Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Verbänden eingeworben werden. Die Sparkasse Aachen unterstützt in diesem Rahmen jährlich zehn Stipendien an der RWTH Aachen.

Sie wollen sich für ein Stipendium bewerben? Die Online-Bewerbung um eines der Deutschlandstipendien ist vom 1. bis 30. Juni 2016 möglich. Weitere Infos hier:

https://www.rwth-aachen.de/cms/root/Wirtschaft/Fundraising/Bildungsfonds/Infs-fuer-Bewerberinnen-und-Bewerber/~emf/Online-Bewerbung/

Kooperation mit dem Career Center der RWTH Aachen

Wir möchten Ihren individuellen Karriereweg unterstützen. Das tun wir zum Beispiel mit der Förderung studienbegleitender Trainingsangebote. Das Career Center der RWTH ist hier seit vielen Jahren unser bewährter Kooperationspartner. In verschiedenen Workshops und Seminare können Sie sogenannte „Soft Skills“ für Ihren beruflichen Weg einüben und erproben. Themen wie „Vom Studium in die Teamleitung“ oder „Stil und Standing“ helfen Ihnen, den Rollenwechsel zu meistern und rücken Ihre soziale Kompetenzen in den Fokus. Pro Semester finanziert die Sparkasse sechs dieser kompakten Seminare. Schauen Sie mal rein in das vielfältige Veranstaltungsangebot!

http://www.rwth-aachen.de/go/id/byfi

Ausprobieren und Mitmachen – RWTH FH SPORTSDAY powered by Sparkasse Aachen am 29. Juni 2016

Gerade die Mediziner wissen: Gesundheit und Sport sind eng miteinander verbunden.

Das im Studium zu lernen, ist das eine, das aktive Mitmachen das andere! Also schnell den SPORTS DAY 2016 im Kalender vormerken:

Am Mittwoch, 29. Juni heißt es wieder: Sport machen und Spaß haben auf dem Königshügel und in der Sporthalle an der Ahornstraße. Hier präsentiert das Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen sein breites Angebot.

Zahlreiche Schnupperangebote laden jeden Interessierten zum Ausprobieren und Kennenlernen neuer Sportarten ein, Spiel und Spaß gibt es auch bei den spannenden Turnieren, bei der Institutsolympiade und in packenden Wettkämpfen! Es gibt tolle Preise zu gewinnen, „powered by Sparkasse Aachen“.

Am Tag des Hochschulsports ist für Studierende und Bedienstete der RWTH sowie der FH Aachen ab 13 Uhr DIES. Jeder ist also eingeladen, das vielfältige Programm kennenzulernen. Im Anschluss an das Event findet die alljährliche Aftershow-Party im Apollo statt.

Weitere Infos zu den Turnieren, den kostenlosen Schnupperangeboten, zur Institutsolympiade und zum Volunteering hier (Klick!)

Mit „wuff“ mehr Wärme und Empathie in der Palliation

Dort, wo konventionelle Behandlungsansätze nicht greifen, kann tiergestützte Therapie als Eisbrecher wirken. In der letz- ten Ausgabe der Uniklinikintern haben wir Ihnen Therapiebegleithund Oskar, den neuen, tierischen Freund der Uniklinik RWTH Aachen, vorgestellt. Seitdem ist er unverkennbar größer gewor- den – schon bald wird er dem Klinikalltag gewachsen sein. Oskar und sein Frauchen Christina Ide, Case Managerin an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, haben bis dahin noch viele Monate gemeinsames Training mit der Hundeerziehungs- und Verhaltensberaterin Kerstin Raupach vor sich.

oskar„Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht“, so sprach schon der Schauspieler Heinz Rühmann. In tiergestützten Thera- pien kann der sogenannte „Pawsitive Pal“ (dt.: „Kumpel auf Pfoten“), als bester Freund des Menschen, zur Steigerung der Lebensqualität beitragen und den Alltag erleichtern. Er ist aber kein serviceorientierter Begleiter, sondern wird als Seelentröster in verschiedenen Einrichtungen wie Alten- oder Kinderheimen, Behinderteneinrichtungen oder Kran- kenhäusern eingesetzt. Der Hund ist nicht nur Freundersatz und eine angenehme Ablenkung von der eigenen Krankheit, sondern lindert auch Stress und Angst. Man sagt sogar: Durch Hunde können Depressionen gelöst oder der Blutdruck gesenkt werden. Sie bringen zum Lachen und erzeugen neuen Lebensmut.

Das Therapiebegleitduo Christina Ide und Oskar: Seit der Aufnahme Mitte März ist der Golden Retriever noch ein Stück größer geworden

Kerstin Raupach ist Oskars Hundetrainerin. In ihrer Hundeschu-
le „SPUR-WERK“ in Aachentrainiert sie mit verschiedenen Hundeteams und hält Seminarezu Themen rund um den PartnerHund: seine Anatomie und Neurobiologie, die individuelle Förderung seiner Talente und natürlich die Entwicklung einer stabilen Mensch-Hund-Beziehung. Sie erklärt, wie ein Therapiebegleithund durchseine bloße Anwesenheit den
Heilungsprozess positiv beeinflussen kann – natürlich nur, wenn der Patient das möchte: „Vorurteilslos sucht er den Kontakt, schenkt Wärme und emotionale Nähe und gibt Schwerkranken das Gefühl, dass sie gebraucht werden. Im geschützten Raum erfährt der Patient noch einmal ungeteilte Auf- merksamkeit und Wertschätzung.“

Ein besonderes Potential der Mensch-Hund Beziehung liegt darin, dass ähnliche Emotionen in Mimik und Gestik zu erkennen sind. Auch der Hund kann Trauer, Angst oder Aufregung genauso fühlen und zeigen wie Freude und Sicherheit. Das ermöglicht nonverbale Kommunika- tion mit dem Patienten und regt dessen Mitteilungsbedürfnis an. Mit einem Therapiebegleithund kann ein Zugang zum Patienten gefunden werden, der vorher unmöglich schien. In einer therapeutischen Situation verbessert sich die Atmosphäre durch ihn spürbar für alle Beteiligten, für den Patienten und seine Angehörigen genauso wie für Ärzte oder Therapeuten.

Interventionen mit dem Hund ermutigen den Patienten, sich zu bewegen und somit körperlichen Ausfallerscheinungen entgegenzuwirken. „Sogar Patienten, von denen kaum noch Regung zu erwarten ist, reagieren auf den Hund. Den pädagogischen Maßnahmen sind nur die Grenzen ge- setzt, die Hund und Klient festlegen. Spaziergänge oder Spiele mit dem Tier sind genauso möglich wie Schmusen oder Streicheln. Der positive Effekt hierauf gibt Raum für weiterführende Therapieansätze“, berichtet Raupach.

Die Fachfrau für tiergestützte Therapie ist zuversichtlich: „Oskar wächst in den verantwortungsvollen Beruf Therapiebegleithund sehr gut
hinein und wird von Welpen an von Christina Ide spielerisch auf seinen anspruchsvollen und abwechslungsreichen zukünftigen Klinikalltag vorbereitet.“ Allein schon durch sein freundliches Äußeres wirkt Oskar stimmungsaufhellend, strahlt Sicherheit aus und hat natürlich auch das besondere Talent der unkonventionellen Kommunikation: Mit ihm kann man kuscheln. Oskars positiver Einfluss ist schon jetzt eine Bereicherung für unsere Uniklinik!

Christian Stoppe erhält Forschungspreis

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Priv.-Doz.Dr. med. Christian Stoppe erhält in diesem Jahr den Heinrich-Dräger-Preis für Intensivmedizin. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) zeichnet mit dem mit 2.500 Euro dotierten Preis eine bedeutsame wissenschaftliche Arbeitdes Forschersauf dem Gebiet der Intensivmedizin aus. 

Die älteren „Jahrgänge“ der Aachener Absolventen kennen Christian „Chrissi“ Stoppe sicher noch aus seiner aktiven Zeit als Mitglied der Fachschaft Medizin.

Der Kliniker und Wissenschaftler ander Klinik für Operative Intensivmedizinund Intermediate Careder Uniklinik RWTH Aachenerhält den Heinrich-Dräger-Preis für seineherausragende Forschungsarbeit mit dem Titel „Interaction of MIF family proteins in myocardial ischemia/reperfusion damage and their influence on clinical outcome of cardiac surgery patients“. In seiner Arbeit untersuchte Dr. Stoppe die Entzündungsreaktion und Entstehung von Organdysfunktionen nachherzchirurgischen Operationen. Das Zytokin MIFgehört zu denerstbeschriebenen Mediatoren der Immunantwort.Ihmwurde bereits früher eineSchlüsselrolle bei Erkrankungen wie der rheumatischen Athritis, Sepsis, Asthma und ARDS zugeschrieben. In der aktuell prämierten Arbeit untersuchte Dr.Stoppe die biologische Bedeutung und klinische Relevanz der MIF Zytokin-Familie bei Patienten mit Herzoperationen. Im Ergebnis schütztdie beobachtete Freisetzung von MIF in das Blut undGewebe der Patienten die Herz-und Nierenfunktion, besonders in Kombination mit demlöslichen MIF-Rezeptor CD74 (sCD74). Im Gegensatz führte eine vermehrt Freisetzung vonD-dopachrome tautomerase(MIF-2)zur Entstehung vonVorhofflimmern oderOrgandysfunktionenbei Patienten nach Herzoperationen. Darüber hinaus konnten erste Erkenntnisse überdie klinische Relevanz eines MIF-spezifischen Polymorphismus demonstriert werden. „Die hier gewonnenen Ergebnisse werden aktuellaneiner großen Patienten-Kohorte validiert und können möglicherweise in Zukunft bei der präoperativen Risikoabschätzung von herzchirurgischen Patienten dienen“, so der Preisträger.

Die Preisverleihung fand auf dem jährlichen internationalen Kongress der DGAI am 14.04.2016 statt. Gestiftet wird der Heinrich-Dräger-Preis von der Dräger Medical AG & Co. KGaA, Lübeck. Auf dem Bild (© DGAI e.V.) sind zu sehen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frank Wappler (Kongress-Präsident der DGAI), Prof. Dr. Thea Koch (Präsidentin der DGAI), PD Dr. med. Christian Stoppe und Christian Riep (Dräger Medical AG & Co. KGaA).

Prof. Tacke Gastprofessor in Norwegen

Univ.-Prof. Dr. med. Frank Tacke, W2-Professor für Hepato-Gastroenterologie und Leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Med. III) der Uniklinik RWTH Aachen, ist von der Medizinischen Fakultät der Universität Oslo (Norwegen) als Gastprofessor an das Institut für Klinische Medizin berufen worden. Somit wird er in den Jahren 2016 und 2017 maßgeblich die wissenschaftlichen Projekte der Fakultät, insbesondere des „Norwegian PSC Research Centers“, unterstützen.

Das Forschungszentrum „Norwegian PSC Research Center“ wurde 2008 gegründet und konzentriert sich auf die Grundlagenforschung sowie die klinischen Aspekte der chronischen Lebererkrankung PSC. PSC (primär sklerosierende Cholangitis) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung der Gallenwege, die vor allem junge Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen betrifft. Es gibt derzeit noch keine medikamentöse Therapie für diese Erkrankung, so dass im Endstadium der Erkrankung nur endoskopische Maßnahmen oder die Lebertransplantation zur Behandlung eingesetzt werden.

Eröffnung des ersten Blutspendeaußentermins im Forschungszentrum Jülich

Noch mehr Möglichkeiten für die gute Tat:

Heike Zimmermann, stellv. kaufmännische Direktorin der Uniklinik RWTH Aachen, sowie Dr. Gabriele Hutschenreuter, Direktorin des Instituts für Transfusionsmedizin an der Uniklinik, eröffneten am 17.03.2016 den 1. Blutspendeaußentermin am Forschungszentrum in Jülich. Die Beteiligten begrüßten sehr die Kooperation. Es ist geplant, regelmäßig für die Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich in Kooperation mit der Uniklinik Blutspendetermine vor Ort durchzuführen.